Donnerstag, 14. Juni 2012

Léda, zweimal



Es regnet noch immer, deshalb nochmals Neues aus dem aktuellen Fotoarchiv. Dass man nicht weiß, wer der Vater eines Kindes ist, kommt öfters vor. Aber die Frage, wer ist Vater bzw. Mutter und wer ist Kind, stellt sich nur bei diesen beiden Rosen:


Léda


Pink Leda

Liest man die References bei HelpMeFind, ist man völlig verwirrt. Beide Rosen sind auseinander hervorgegangen, darüber ist man sich einig. Aber wer ist Sport von wem? Darüber hat jeder Autor eine andere Meinung. Und warum schreibt man die angeblich in England entstandene Léda mit Akut?
 

Hier kann man bei 'Pink Leda' die karmesinfarbenen Petalränder sehen, ein sicheres Indiz für die Verwandtschaft.
 

Bei Léda sind sie, vermutlich witterungsabhängig, sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Ich möchte mich hier der Meinung von François Joyaux anschließen, die er in seiner Enzyklopädie der Alten Rosen, Seite 64 vertritt.

Danach wurde 'Léda' 1826 von Deschiens in Frankreich gezüchtet bzw. als Sport von 'Pink Leda' abgenommen. 'Pink Leda' wurde bereits 1828 von Narcisse Desportes erwähnt. Allerdings hat auch Joyaux keinen klaren Beweis in der Literatur gefunden. Andere Farbsports zeigen jedoch, dass der Wechsel von Rosa zu Weiß der wahrscheinliche ist.


 Mutter? 
 
Tochter?
 
Also lassen wir beiden Rosen ihr kleines Geheimnis, verlegen aber ihren Ursprung nach Frankreich.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Zwei Rosen in einer



Der Garten entwickelt sich nun doch recht schnell zu einem Rosenpark.
 



Da bleibt an einem verregnetem Tag wie heute Zeit für etwas Besonderes. Einige Rosen sind nicht durch züchterische Leistung, d.h. gezieltes Kreuzen, Aussaat und anschließende Selektion aus zwei oder mehr Elternsorten hervorgegangen, sondern sie entstanden durch eine spontane Mutation, wurden von einem Züchter oder Liebhaber entdeckt und vermehrt. Bei diesen sogenannten Sports handelt es sich meist um eine Knospen-Mutation, bei der sich die Farbe ändert oder Moos entsteht. Gelegentlich findet man an einer solchen Rose eine Blüte oder nur ein Blütenblatt, das in die ursprüngliche Farbe zurückfällt. Ein Beispiel dafür ist 'Quatre Saisons Blanc Mousseux'. Sie entstand aus der rosa blühenden 'Quatre Saisons'. Zu der Farbmutation kam jedoch noch die Wandlung in eine Moosrose hinzu.
 


Auch wenn die stark bemoosten Knospen etwas Rosa zeigen, die Blüten werden reinweiß.

An meiner 'Quatre Saisons Blanc Mousseux' sah ich gelegentlich ein rosa Blütenblatt, einmal sogar ein exakt halbiertes in Rosa und Weiß. Im letzten Jahr entstanden erstmals rosa Blüten und jetzt ist ein kompletter Zweig entstanden, der rosa blüht sowie keinerlei Moos an Blüten und Blättern zeigt.
 

Der komplette linke Zweig trägt rosa Blüten ohne jedwedes Moos, der Rest der Pflanze blüht weiß, wie es sich für 
eine 'Quatre Saisons Blanc Mousseux' gehört.
 
  
 Original
  

und Sport
   


Man erkennt sehr gut, hier gibt es kein Moos!


Ein gemischter Zweig

Leider ist die neu gepflanzte 'Quatre Saisons' noch nicht so weit, dass ich sie mit ihrem Sport und Rücksport vergleichen kann.
 


Montag, 11. Juni 2012

Es blüht



Der Regen und die etwas steigenden Temperaturen haben den Garten in ein Blütenmeer verwandelt.
 


 
Zur Erinnerung, vor 14 Monaten sah es hier noch so aus: 
  

Drei Tüten mit Samen - Rittersporn, Fingerhut und Akelei - haben innerhalb eines Jahres ca. 200 üppige Stauden hervorgebracht, die jetzt in allen Farben blühen.

 



Zu den ca. 120 Rosen, die umgezogen sind, kamen etwa 150 neue hinzu.


Alain Blanchard 


Madame Létuvée de Colnet
 

Sonntag, 10. Juni 2012

Ackerwinden



Da schaut ein kleiner grüner Trieb aus der Erde, es ist mein liebstes Unkraut! Auf ca. 10 % der Fläche wachsen Ackerwinden. Wenn sie blühen, sehen sie sogar hübsch aus - aber ich will sie natürlich loswerden. Hunderte habe ich schon ausgegraben, aber es kommt immer wieder etwas nach.


Nachdem ich jetzt möglichst zwei Spaten tief grabe, habe ich den Medusa-Effekt verstanden. Tief unten sitzen diese Triebknoten in Abständen an der Hauptwurzel. Wenn man sie nicht erwischt, kommen einige Tage später wieder kleine Blättchen aus der Erde und werden blitzschnell zu einem großen Busch.


Das war heute eine anstrengende Sonntagsbeschäftigung. Die nächsten Tage werden zeigen, wo ich nochmals baggern muss!

Zur Belohnung gab es dann noch eine schöne Überraschung.


Nachdem ich mit der Plage fertig war und mich in die Sonne setzte - es war gerade windstill - roch ich einen herrlichen, süßen Honigduft, der von dieser kleinen Rose kam. Ein Steckling von 2010, mit zehn stark duftenden Blüten. 


Duc d'Anjou
Remontant-Hybride, 1862 - J. Bojau père, Frankreich
Duft: 4, verströmt ein starkes Parfum, süßer Honigduft


Donnerstag, 7. Juni 2012

Fronleichnam



Auf den extrem trockenen Mai folgt ein bislang zu kühler, nasser Juni. Der Vorteil ist, die Rosenblüte beginnt sehr langsam und dauert länger.



Die im letzten Jahr gesäten Rittersporne, Fingerhüte und Akeleien gedeihen dafür umso besser. Viele Rosenknospen sind kurz vorm Aufplatzen, täglich gibt es einige neue Blüten.


Catherine II


Duc d'Anjou


Duchesse d'Abrantès


Fundrose "Alba Zinn"


Madame Zoëtmans


Kean


Nuits de Young


Sir Joseph Paxton


Belle Virginie


La Neige (Gallica)


Monsieur Jules Lemaître

Es wird also in den nächsten Tagen viel zu berichten geben, mit vielen Bildern und Duftbeschreibungen der neuen Rosen in meinem kleinen Park.



Alain Blanchard


Fanny Bias

Sonntag, 3. Juni 2012

Duchesse d'Abrantès




Eine sehr schöne Moosrose hat als nächste die Blüten geöffnet, 'Duchesse d'Abrantès'. Sie ist ein Steckling aus 2010, hat im letzten Jahr bereits geblüht, die Blüte war aber noch nicht typisch und proliferierte.


 Duchesse d'Abrantès
Moosrose, 1851 - Robert, Frankreich
Duft 3-4, sehr gutes, süßes Parfum

Das dunkelbraune Moos hat einen kräftigen Harzgeruch, die Blüten duften stark und vorzüglich - ein süßes Parfum!


Ich frage mich immer wieder, warum solche robusten Schönheiten im Handel kaum zu finden sind.


Selbst die Wildbienen lieben diese Rose und ihre warmen rosa Blüten mit den schönen hellen Reflexen.

Benannt ist sie nach Laure-Adelaide Abrantès, der Duchesse d'Abrantès, die 1784 in Montpellier geboren wurde und 1838 in Paris starb. Sie war eine der Hofdamen Napoleon Bonapartes und eine bekannte Schriftstellerin.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Frau O. Plegg



Die ersten Rosenblüten zeigte immer 'Agnes' in meinem Garten. Dieses Jahr, da neu gepflanzt, schaffte sie es noch nicht.


Eine dicke Knospe kündigte diesmal eine andere Rose als Erste an.


Und sie schaffte es tatsächlich, Pfingstmontag öffnete sie sich.


Frau O. Plegg
Bourbon, 1909 - Nabonnand, Frankreich
Duft: 3-4, süßes Parfum mit einer leicht fruchtigen Gewürznote.
Sie blüht in Schüben bis in den Herbst. Über die Wuchsform werde ich später berichten.

Wer Herr O. Plegg war, dessen Gattin mit dieser schönen Rose von Nabonnand geehrt wurde, konnte ich leider bisher nicht feststellen.


In der Woche nach Pfingsten zeigten viele andere Rosen dicke Knospen mit erster Farbe und täglich kamen auch Blüten hinzu.