Fairtrade hat auf meine Anfrage bezüglich der Abwasserbehandlung bei Kordes in Kenia geantwortet, da das Kreislaufsystem nach der Aussage von Kordes im NDR-Film eigentlich noch gar nicht fertig sein kann. Ich zitiere daraus:
°Es ist vermutlich nicht aus dem Nähkästchen geplaudert, wenn wir sagen, dass der Weg der Zertifizierung der Kordes Farm nicht einfach war – und dies ist erst im Herbst diesen Jahres ausgesprochen worden.
Seit 2011 haben wir im Rahmen des New Standard Framework einen neuen Umweltstandard, der auch für Plantagen gilt. Manche dieser neuen Standards werden seit dem 1. Juli 2012 abgeprüft (z.B. Plantage muss wissen, woher das Gießwasser kommt), andere werden 2014 fällig, wieder andere 2017, wie z.B. die Vorschrift, die beste Technologie dafür einzusetzen.
Das Verbot von Abwasserleitungen in den Naivashasee besteht von Anfang an. Viele Plantagen setzen dies auch um, weil es auch Kosten spart. Praktisch läuft das so: Alle überflüssige 'Fertigation - Lösung' wird in ein Reservoir geleitet, dort gelagert und bei Bedarf wieder verwendet, manchmal nach einem Reinigungsvorgang. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass teurer, dem Tröpfchenbewässerungswasser zugesetzter Dünger so nicht verloren geht sondern letztendlich der Pflanze doch zukommt."
Offenbar hat Kordes dann doch schneller gearbeitet! Aber als Ingenieur würde ich mir das vor Ort gern einmal kritisch anschauen. Nachdem ich den ARD-Bericht über die Global Player im Schokolade-Geschäft und deren Stellungnahmen zu Anspruch und Wirklichkeit gesehen habe, sind meine Bedenken bei Kordes' Schnittrosen weiterhin vorhanden. Der erste Satz in der Stellungnahme von Fairtrade spricht ebenfalls Bände.
Auch würde ich mir gern selbst ein Bild davon machen, was nach Ansicht von Kordes und Fairtrade ein gerechter Lohn ist. 80 € im Monat sind für mich ein Hungerlohn, selbst wenn man davon in Kenia satt werden könnte. Der Durchschnittslohn in Kenia beträgt 50.000 KES und entspricht 441 €, davon ist Kordes weit entfernt (Quelle: Numbeo). Dort findet man auch Preise für Grundnahrungsmittel, so kostet 1 kg Kartoffeln mit umgerechnet 79 ct., doppelt soviel wie bei uns - auch wenn Kartoffeln sicherlich nicht unbedingt eine Kenianische Leibspeise sind. Ein deutscher Mindestlöhner arbeitet für einen einfachen Fernseher ca. 2,5 Tage und kann dann noch 19,5 Tage im Monat für Wohnen, Essen und Kleidung arbeiten. Ein Kenianer bei Kordes hat 2,5 Monate kein Geld für Wohnen, Essen und Kleidung, wenn er sich einen Fernseher kauft. Kordes Mitarbeiter brauchen natürlich keinen Fernseher....
Auch würde ich mir gern selbst ein Bild davon machen, was nach Ansicht von Kordes und Fairtrade ein gerechter Lohn ist. 80 € im Monat sind für mich ein Hungerlohn, selbst wenn man davon in Kenia satt werden könnte. Der Durchschnittslohn in Kenia beträgt 50.000 KES und entspricht 441 €, davon ist Kordes weit entfernt (Quelle: Numbeo). Dort findet man auch Preise für Grundnahrungsmittel, so kostet 1 kg Kartoffeln mit umgerechnet 79 ct., doppelt soviel wie bei uns - auch wenn Kartoffeln sicherlich nicht unbedingt eine Kenianische Leibspeise sind. Ein deutscher Mindestlöhner arbeitet für einen einfachen Fernseher ca. 2,5 Tage und kann dann noch 19,5 Tage im Monat für Wohnen, Essen und Kleidung arbeiten. Ein Kenianer bei Kordes hat 2,5 Monate kein Geld für Wohnen, Essen und Kleidung, wenn er sich einen Fernseher kauft. Kordes Mitarbeiter brauchen natürlich keinen Fernseher....
Trotzdem allen Lesern frohe Feiertage, auch wenn Sie nach diesen Zeilen auf Schnittrosen aus Kenia - mit oder ohne Siegel - vielleicht verzichten werden! Und
bitte nicht sagen, wenn Kordes nicht da wäre, hätten die Menschen
dort gar nichts zu essen. Die Fairtrade Idee ist ja eigentlich, dass
bei den Produzenten und Arbeitern in Entwicklungsländern mehr Geld
hängen bleibt. Aber die Rosenfarm in Kenia gehört Kordes, die
offenbar den größeren Teil des Fairtrade-Mehrpreises in die
Firmenkasse fließen lassen und nur Brosamen an die Mitarbeiter
weitergeben!











