Donnerstag, 14. Februar 2013

Valentinsrose


Gerade noch rechtzeitig, kurz vor Ende des Valentinstages, frisch aus Australien eingeflogen - ganz ohne Umweltverschmutzung!

    Foto: Heritage Roses in Australia Inc.
Agnes Saffron's Early Tea
 
Eine der vielen wunderschönen Fund-Teerosen Australiens, die die frühen Siedler mitbrachten und die heute von Rosenfreunden liebevoll gepflegt werden. Leider oft für unser Klima nicht geeignet, auch sind die Import- und Exportregeln Australiens nur schwer zu überwinden!
Allen noch einen genussvollen Valentinsabend!
 

Montag, 11. Februar 2013

Grüne Rosen II


Der Valentinstag rückt näher. Legt schon mal die Gasmasken und chemikaliendichte Handschuhe bereit, falls der oder die Liebste Euch mit einem direkt aus Kenia importierten Blumenstrauß beglücken wird, und lasst Euch nicht vom Fairtrade-Siegel täuschen.
 
 
Das hängt nicht nur an Rosen, es kommen fertig gebundene Mischblumensträuße bei uns an. 
 
An Nicht-Fairtrade Blumen fand man bis zu 20 verschiedene Pestizide, z.T. sind sie krebserregend. Ökotest hat 11 in Europa verbotene Gifte gefunden. Nun ja, unser Umweltminister versucht z.Zt. Siemens beizubringen, wie man Nordsee-Windstrom an Land bringt und Frau Aigner, was macht die noch mal .....? Unsere staatlichen Kontrolleure sind offenbar völlig überfordert.
 
Wenn man dem gestrigen ZDF-planet.e-Report glaubt, sind Fairtrade Blumen besser, so die Feststellung von Ökotest, aber doch weit davon entfernt, dass man sie ohne Bedenken ins Wohnzimmer stellen kann. Es sind noch reichlich Pestizide enthalten, meist nicht die ganz gefährlichen, aber auch die kommen vor, denn die Kontrollen sind völlig unzureichend - einmal im Jahr und dann meist noch angekündigt. Gängige Praxis in kenianischen Fairtrade-Farmen ist seit Jahren der Lkw-weise Zukauf von Nicht-Fairtrade-Rosen und anderer Blumen, die dann illegal in Fairtrade umgelabelt werden. Dies geschieht besonders, wenn zu gewissen Feiertagen der Bedarf in Europa sehr hoch ist. Und wer wird schon 260 Millionen Fairtrade-Rosen, die im vergangenen Jahr nach Deutschland importiert wurden, mit einer ausreichenden Stichprobenanzahl kontrollieren.


Der freundliche Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland, Herr Dieter Overath, der nach 5 Jahren wieder mal in Kenia war, vermutlich um das ZDF-Team zu begleiten, hilft hier werbewirksam einer Pflückerin. 


Hier pflanzt er zusammen mit dem Eigentümer einer Fairtrade-Rosenfarm, die direkt am Naivashasee liegt, Papyrus in ein Feuchtbiotop, dass das Abwasser der Farm klären soll. Solche biologischen Systeme funktionieren bei richtiger Auslegung gut zur Klärung normaler Abwässer. Dass sie in der Lage sind, langlebige Pestizide und Fungizide abzubauen, bezweifele ich, das wurde im Film leider auch nicht thematisiert. Es wäre einfach gewesen, eine Abwasserprobe vor und hinter der Anlage zu nehmen und zu analysieren. Literatur dazu ist nicht zu finden. Auch von den oft erwähnten Wasserkreisläufen wurde nichts gezeigt. 


Die überschüssigen Sprühnebel mit Pestiziden und Fungiziden sinken auf den Boden, versickern mit dem überschüssigen Bewässerungswasser in der Erde und gelangen dann als Oberflächengrundwasser oder über Gräben in den See. Leider blieb ZDF hier sehr unkritisch und oberflächlich!

Es leben zwar Zehntausende Kenianer von der Blumenindustrie, aber es wurden auch ehemalige Mitarbeiter gezeigt, die nach fünf Jahren von den Spritzmitteln so krank wurden, dass sie aufhören mussten, vor allem, weil die einfachsten Sicherheitsregeln nicht eingehalten werden. Da helfen auch die Kontrollen nicht, wenn nach ihrer Ankündigung die Giftlager aufgeräumt werden und an dem Tag nicht gleichzeitig gesprüht und geerntet wird.


Am stärksten hat mich dieser Massai beeindruckt, der wie alle seine Landleute von den Farmen vom angestammten Stammesland vertrieben wurde. Er sagte: "Rosen kann man nicht essen!" Auf dem fruchtbaren Land könnte man ausreichend Früchte für ganz Kenia anbauen und würde damit sicherlich genau so viele Menschen beschäftigen.


Ich frage mich, ob die Dörfer dann auch so aussehen würden!


In einigen Fairtrade-Farmen gibt es Ansätze Nützlinge, z.B. Raubmilben gegen die für Rosen besonders schädlichen Spinnmilben einzusetzen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, wie die hier fernsehwirksam ausgestreuten Nützlinge ein hektargroßes Gewächshaus erfolgreich schützen sollen. In kleinen Anlagen funktioniert das sicherlich, aber wer schon einmal Spinnmilben im Wintergarten hatte, weiß, wie schwierig die Bekämpfung mit Nützlingen ist.

Das Fazit des Berichts für mich: Fairtrade ist eine gute Sache, nur ist man mit der Kontrolle der Fairtrade-Regeln offenbar völlig überfordert. Die im Film genannten Sanktionen bei festgestellten Verstößen waren geradezu lächerlich. Man fand in Deutschland verbotene Spritzmittel, und weil sie in Kenia bei der daraufhin angesetzten Kontrolle nicht auf den Spritzlisten standen und auch nicht im für die Kontrolle aufgeräumten Giftlager zu finden waren, wurde der Betrieb nach einer Woche wieder freigegeben. Daraus kann ich nur folgern, auch bei Faitrade kommt der geschäftliche Erfolg an erster Stelle. 

Alle Fotos direkt aus der ZDF-Mediathek-Widergabe ausgeschnitten - ich hoffe die gezahlten Rundfunkgebühren erlauben das.

Im nächsten Post berichte ich dann wieder über meine "normalen" Rosen - die langweiligen Edelrosen sind nichts für mich.
 

Sonntag, 27. Januar 2013

Grüne Rosen


Am 10. Februar um 13:30 Uhr sendet das ZDF in der Reihe "planet e." einen Bericht über die Rosen, die "aufmerksame" Männer am Valentinstag verschenken werden.

Hier die Sender-Information:
  
"Arbeiter auf den Blumenfarmen Afrikas und Lateinamerikas, denn von dort kommen die meisten Rosen, die es in Deutschland zu kaufen gibt. Immer mehr Verbraucher wollen „faire Rosen“ – nachhaltig produziert unter „fairen“ Bedingungen  für die Farmmitarbeiter.                       Bild: ZDF                                               In Deutschland haben Blumen mit dem Fairtrade-Logo mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent, die Nachfrage wächst rasant weiter. Kann es Massenproduktion unter fairen Bedingungen überhaupt geben? Wer überwacht, dass tatsächlich Fairtrade drin ist, wo Fairtrade draufsteht? Und wie sieht es tatsächlich aus mit der Verwendung von Pestiziden bei der Rosenproduktion? Gemeinsam mit dem deutschen Fairtrade-Geschäftsführer Dieter Overath reist „planet e.“ auf Blumenfarmen nach Kenia, wo viele der Rosen angebaut werden, die hier mit dem Fairtrade-Label verkauft werden. Tatsächlich sind Fairtrade-Farmen oft Vorbild beim Wassermanagement, verwenden weniger Pestizide als die „Nicht-Fairtrade“-Farmen nebenan und bezahlen ihre Arbeiter besser. Doch das Kontrollsystem hat auch Lücken. Nur einmal im Jahr lässt sich der Kontrolleur blicken: Freiraum für kriminelle Machenschaften – vor allem dann, wenn die Nachfrage steigt wie vor dem Valentinstag."(Text: ZDF)
Wiederholung auf ZDFinfo am 13.02.13 um 10:45 Uhr. 
 
Ich bin gespannt, was das ZDF herausgefunden hat. Aber eins ist sicher, Schnittrosen im Winter zeugen von der Einfallslosigkeit der Männer!
 

Sonntag, 20. Januar 2013

Wunder der Natur


Irgendwann läuft jedem ernsthaften Rosenfreund das Wort "Sport" über den Weg. Es bedeutet eine spontane Mutation, z.B. der Farbe der Rose oder die Ausbildung von einem dichten Besatz der Knospen, z.T. auch abgeschwächt der Blätter mit Drüsen, dem sogenannten Moos, das ein harziges, intensiv duftendes Sekret abscheidet. Tee-Hybriden bringen die Eigenschaft des Kletterns hervor, auch wenn eine Rose nicht klettern kann, aber es sind die dauerhaft erscheinenden langen Triebe von einigen Metern Länge gemeint. Alle anderen Eigenschaften einer Rose bleiben bei einer solchen spontanen Mutation gleich.

 
'Aimable Rouge' ist bekannt, aber wer hat meine heutige Hintergrund-Rose schon einmal gesehen? 
  

Es ist auch 'Aimable Rouge', ein heller Sport, der in meinem Garten entstanden ist. Leider habe ich vergeblich versucht ein Auge dieses Triebs zu okulieren, ich war wohl zu früh dran, die Unterlage war noch nicht reif. Dann kam der Umzug und die neue Rose war verloren.
 
Im gleichen Jahr entstanden noch zwei weitere Sports, sie gingen leider auch verloren.



Dies ist ein Sport von 'Tuscany Superb', man sieht beide Blüten nebeneinander.

           

Es ist Fanny Pavetot, einmal Original und als heller Sport.

Wie konnte das passieren, gut 15 Jahre wachsen die Rosen vor sich hin und dann plötzlich 2009 erfreuen mich gleich drei Rosen mit einer Farbmutation! Die Erklärung ist vermutlich, dass in allen drei Rosen Winden und Ackerwinden wuchsen, die ich mit dem Spaten nicht entfernen konnte. Deshalb habe ich deren Blätter vorsichtig mit nur leicht verdünntem Glyphosat eingestrichen, damit ja die Rosenblätter nichts abbekamen. Denn die reagieren auf dieses Herbizid mit verkrüppelten Blättern und Trieben. Offenbar sind doch geringe Spuren auf die Rosen geraten und haben die Mutationen ausgelöst. Ich werde das in diesem Jahr nochmals probieren, und falls wieder Sports entstehen, versuchen diese im August zu veredeln.
 

Freitag, 18. Januar 2013

Zuwachs


Wer meine Rosenliste rechts am Rand aufmerksam verfolgt hat, sollte gemerkt haben, dass es Zuwachs gegeben hat. Dort stehen jetzt 281 Namen.
 
Hat natürlich niemand hingeschaut und meine Entscheidungs-Qualen gefühlt! Sie stehen noch nicht im Garten, das dauert noch bis Anfang März, aber ich will sie schon einmal zeigen:
  
     Foto: Historische Rosenschätze 
Daphné
Gallica, 1819 - Vibert, Frankreich
 
Über Daphné habe ich im letzten Post ja schon geschrieben. Es gibt noch eine purpurrote Rose mit diesem Namen aus der gleichen Zeit, die auch von Vibert, 1819 sein soll:


So steht sie in Commer, in der Sammlung von François Joyaux. Es wurden noch viele alte Schriften studiert und aus dem Netz heruntergeladen, viele Mails mit Frau Schütte von Historische Rosenschätze ausgetauscht - zum Schluss waren wir uns einig, die helle Rose ist die Richtige und die kommt jetzt auch! 
 
Wenn Ihr mehr über diese Rose und die noch folgenden wissen wollt, klickt bitte rechts am Rand in meiner Rosenliste den Namen an, dann seht Ihr die komplette Information!
  


                                         3 Fotos: Cornelia Schütte 
Unschwer zu erkennen, eine Moosrose - Die Durchscheinende
La Diaphane, 1848 - J. Laffay, Frankreich 

Die nächste Rose war auch noch ein schwieriger Fall: In Sangerhausen stand lange Gallica auf dem Schild, aber als ich meine Fotos von dort betrachtete, war klar, es ist eine Portland. Sie remontiert auch, aber in der Literatur macht sich diese Rose äußerst rar:

     Foto: Corinna Schütte





  
 Les Saisons d'Italie
Portland, unbekannter Züchter und Jahr
Der Name lässt auf Italien als Ursprung schließen, aber dazu war nichts zu finden.



                                        2 Fotos: Corinna Schütte


Petite Orléanaise 
Gallica, vor 1843 - unbekannter Züchter
 
Der Name verweist zwar auf Orléans, dieser Ursprung lässt sich aber nicht belegen. Einige Autoren ordnen sie als Centifolie ein, sie hat aber alle Eigenschaften einer Gallica. So wird sie auch bei Simon & Cochet geführt, die sich in aller Regel auf die Angaben der Züchter beziehen.

    Foto: Historische Rosenschätze



Le Rosier Pompon Blanc oder Rose de Meaux White
Centifolie, 18. oder Beginn 19. Jahrhundert, Sport von Rosa centifolia 'Pomponia' / Rose de Meaux

Der Engländer Robert Sweet erwähnt diesen Sport 1814, ent-
standen ist er vermutlich schon früher.    

 Von der folgenden Rose habe ich leider noch kein Foto:
 Souvenir de Madame August Charles
Bourbon, 1866 - Robert & Moreau, Frankreich 
  
Dafür von Nummer 7:


                                      2 Fotos: Corinna Schütte

Surpasse Tout
Gallica, vor 1823 - unbekannter Züchter, Niederlande
  
So, das sind die neuen Schätze - wie lange dauert es noch bis zum Juni und werden alle schon blühen? 
 
Herzlichen Dank an Corinna Schütte, für die zur Verfügung gestellten Fotos. Die Eigenen stammen aus Sangerhausen und Commer. Im Juni werden dann Fotos aus meinem Park nachgereicht, natürlich mit Duftbeschreibungen, auf die ich ebenso gespannt bin!